LAUT 2.0
Betriebliche Letzthelfer:innen
für einen sensiblen Umgang mit schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer

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Aktuelles

Werden Sie Pilotunternehmen
Im Herbst 2026 startet die wissenschaftlich begleitete Pilotphase. Gesucht werden 10 Unternehmen, die das Konzept gemeinsam mit uns erproben und weiterentwickeln.
✓ Basis- und Aufbaukurs
✓ Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation
✓ Kostenfreie Teilnahme

Werden Sie LAUT-Kursleiter:in
In der Pilotphase werden die LAUT-Kurse von erfahrenen Letzte-Hilfe-Kursleitenden durchgeführt, die das Curriculum mit entwickeln.
Danach gehen die LAUT-Kurse in das Regelangebot von Letzte Hilfe Deutschland über. Wenn Sie daran interessiert sind, LAUT-Kurse in Unternehmen Ihrer Region zu geben, nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf. Ab 2027 bauen wir Kursleiter:innen-Schulungen für LAUT auf.
LAUT 1.0
Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland lag im Jahr 2023 bei 1,02 Millionen, davon befanden sich ca. 15 % im erwerbstätigen Alter. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass jeder Mensch im Laufe seines Berufslebens direkt oder indirekt mit Kolleg:innen konfrontiert wird, die von Sterben, Tod, schwerer Erkrankung oder Trauer betroffen sind. Der Umgang mit diesen Themen beziehungsweise mit daraus resultierenden Situationen hat gravierende Auswirkungen auf die Arbeitskapazität und das psychosoziale Wohlbefinden aller Betroffenen am Arbeitsplatz. Für eine bedürfnisgerechte Unterstützung der Betroffenen sind eine sensible Kommunikationskultur, eine Anpassung der Arbeitsbedingungen und emotionale Unterstützungsangebote notwendig.
Vor diesem Hintergrund hat 2023 das Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Raymond Voltz das Projekt „Letzthelfer:innen am Arbeitsplatz für einen sensiblen Umgang mit Sterben, Tod, schwerer Erkrankung und Trauer“ (LAUT) ins Leben gerufen, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie der Paula Kubitschek-Vogel-Stiftung gefördert und in Partnerschaft mit der Caring Comunity Köln und Letzte Hilfe Deutschland gGmbH durchgeführt wurde.
Mittels einer bundesweiten Online-Befragung ist zum einen eine repräsentative Bestandsaufnahme zu den Erfahrungen und zum Umgang mit Sterben, Tod, schwerer Erkrankung und Trauer in verschiedenen Unternehmen durchgeführt worden.
Zum anderen wurden Letzte Hilfe-Kurse in Unternehmen durchgeführt, in denen kompaktes Wissen über die Themen Sterben, Tod, schwere Erkrankung und Trauer sowie Möglichkeiten der palliativen Versorgung vermittelt wurde.

Die Kurse wurden anschließend wissenschaftlich evaluiert, um einerseits zu erheben, welche Auswirkung diese Wissensvermittlung auf Mitarbeitende und Unternehmen hat und andererseits aufbauend auf den Erfahrungen der Teilnehmenden ein bedarfsgerechtes Konzept für Letzthelfer:innen am Arbeitsplatz zu entwickeln.
Die Ergebnisse der Erhebungen sind unter „Wirkung“ auf dieser Webseite zu finden. Die Entwicklung des bedarfsgerechten Konzeptes finden Sie unter „LAUT 2.0„.
LAUT-Papier veröffentlicht: Wenn Trauer den Arbeitsplatz erreicht
Ergebnis der ersten Projektphase LAUT (2023-2025)
63 % der Beschäftigten in Deutschland waren in den letzten fünf Jahren am Arbeitsplatz von schwerer Krankheit, Sterben, Tod oder Trauer betroffen – sei es persönlich oder im direkten Umfeld.
Mit der Veröffentlichung des ersten LAUT-Papiers machen wir sichtbar, was oft unsichtbar bleibt: Trauer ist längst Teil der Arbeitswelt.
Die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung (n = 1.127) zeigen deutlich:
- Viele Beschäftigte fühlen sich mit ihren Erfahrungen allein gelassen
- 43 % erhalten selten oder nie Unterstützung durch Führungskräfte
- Unterstützung entsteht häufiger informell im Kolleg:innenkreis
- Gleichzeitig besteht ein großer Bedarf an Orientierung, Sicherheit und Qualifizierung
Besonders deutlich wird dabei eine zentrale Diskrepanz:
Während Mitarbeitende sich vor allem Empathie, Zeit und Ansprechbarkeit wünschen, setzen Organisationen häufig auf formale Strukturen.
Was es braucht, ist beides:
Klare Rahmenbedingungen – und eine Haltung, die von Mitgefühl und Präsenz geprägt ist.
Mit „Letzthelfer:innen am Arbeitsplatz“ konnten wir Räume für Wissen, Austausch und Handlungssicherheit im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer im beruflichen Kontext schaffen.
👉 Zum Papier: https://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0345333
👉 Veröffentlichung im August 2026: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/26323524261477765
Am 9. Oktober 2025 fand im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Abschluss-Symposium des Projekts „LAUT – Letzthelfer:innen am Arbeitsplatz“ statt. Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über die Ergebnisse und Perspektiven des Projekts zu sprechen.
Das Factsheet mit den wichtigsten Ergebnissen und Handlungsempfehlungen können Sie hier herunterladen!
Ein großes Dankeschön gilt denen, die dieses Projekt in den vergangenen Jahren mitgetragen und geprägt haben: den Kursteilnehmer:innen, den engagierten Betrieben, Geschäften und Unternehmen sowie den Kursleitenden. Ihr Einsatz, ihre Offenheit und ihre Erfahrungen haben LAUT zu dem gemacht, was es heute ist!
Es ist nicht die Frage, ob Du trauerst, sondern nur wann!
LAUT 2.0 – es geht weiter
Nachdem der Bedarf an Unterstützung am Arbeitsplatz mit dem Projekt LAUT 1.0 erhoben (Factsheet LAUT 1.0) und die Wirkung eines entsprechenden Angebotes von Letzte-Hilfe-Kursen in Unternehmen belegt ist, geht das Projekt als LAUT 2.0 Betriebliche Letzthelfer:innen 2026 seit dem 01.04.2026 in die nächste Phase.
Nach Auswertung der Ergebnisse ist klar: Der Letzte Hilfe-Kurs für Erwachsene bietet eine gute Grundlage, um Wissen und Handlungskompetenz auch in Unternehmen zu tragen und damit Mitarbeitende in den Themen schwere Krankheit, Sterben, Tod und Trauer zu stärken. Darüber hinaus aber bedarf es weiterer Qualifikation für betriebliche Letzthelfer:innen. Diese sollen -analog zu Ersthelfer:innen- Ansprechpersonen für besondere Lagen sein: Ist ein:e Mitarbeiter:in von schwerer Krankheit eines/einer Angehörigen, deren Sterben oder Tod betroffen oder gibt es einen Todesfall im Kolleg:innenkreis, ist die/der Letzthelfer:in Ansprechperson, bietet das Gespräch an und ist in der Lage, Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Für diese Aufgaben muss diese Person vorbereitet werden – dafür wird im Rahmen von LAUT 2.0 das Curriculum erweitert und um 5 Module ergänzt.
Projektleitung

Projektpartner


Eine Expert:innen-Gruppe, bestehend aus Personen aus dem Kontext Unternehmen, Recht, Kommunikation, Trauer, palliativer Versorgung, Erwachsenenbildung, Seelsorge und Kursleitenden der Letzte Hilfe, erarbeiten die zusätzlichen Module sowie ein Tool für Führungskräfte.
Ab Oktober/November 2026 wird das neue Curriculum in einer weiteren Pilotphase wissenschaftlich begleitet erprobt. Gegen Ende des Jahres wird dann die Implementierung des LAUT-Kurskonzeptes deutschlandweit beginnen und es werden parallel LAUT-Kursleitungen in ganz Deutschland ausgebildet.
Betriebliche Letzthelfer:innen in Unternehmen
| 1 | Letzte Hilfe Kurs (Basis) ab sofort möglich | |
| Sensibilisiert Mitarbeitende für schwere Krankheit, Sterben, Tod und Trauer, baut Berührungsängste ab und stärkt die Handlungssicherheit im Umgang mit betroffenen Kolleg:innen. | ||
| Zielgruppe: Alle interessierten Mitarbeitenden (berufsübergreifend) des Unternehmens | ||
| Umfang: 3 Stunden, plus 30 Minuten Pause Inhalte: Grundlagenwissen zur „Letzten Hilfe“ | ||
| Module: Sterben als Teil des Lebens, Vorsorgen und Entscheiden, Leiden lindern, Abschied nehmen | ||
| 2 | Letzthelfer:innen am Arbeitsplatz (Aufbau) | |
| Qualifiziert ausgewählte Mitarbeitende zu betrieblichen Ansprechpartner:innen, die Orientierung geben, Hilfen vermitteln und eine mitmenschliche Kultur fördern | ||
| Zielgruppe: Ausgewählte Letzthelfer:innen des Unternehmens, die Ansprechperson werden sollen | ||
| Umfang: 3 Stunden 45 Minuten, plus 30 Minuten Pause | ||
| Inhalte: Rolle, Trauer, Kommunikation, Möglichkeiten der Unterstützung kennen und vermitteln, Selbstfürsorge | ||
| 3 | Führungskräfte-Tool | |
| Gibt Führungskräften Informationen zur Begleitung betroffener Mitarbeitender und zur nachhaltigen Verankerung der Unterstützungsstruktur im Unternehmen. |

Eine unterstützende Unternehmenskultur kann dazu beitragen
✓psychische Belastungen zu verringern,
✓ Führungskräfte und Teams zu stärken,
✓ die Rückkehr in den Arbeitsalltag zu erleichtern,
✓ Vertrauen, Zusammenhalt und Mitarbeitendenbindung fördern
| Für Mitarbeitende | Für Unternehmen | |
| Sicherheit und Orientierung | Handlungssicherheit für Führungskräfte | |
| Wertschätzung und Unterstützung | Förderung psychischer Gesundheit | |
| Zusammenhalt | Stärkung der Mitarbeitenden | |
| Vertrauensvolle Ansprechperson | Nachhaltiges Handeln |
Kosten
Werden Sie Pilotunternehmen In diesem Rahmen ist der Kurs für Ihr Unternehmen kostenfrei.
Team und Kontakt

Georg Bollig
Dr. Georg Bollig ist leitender Oberarzt für Palliativmedizin am Helios-Klinikum Schleswig und Projektleiter im Projekt LAUT.

Filipa Sickmüller-Nunes
Filipa Sickmüller-Nunes ist Palliativ-Care-Fachkraft, stellvertretende Geschäftsführerin Letzte Hilfe Deutschland gGmbH und verantwortlich für das Projekt LAUT.

Helena Kukla
Dr. Helena Kukla ist Gesundheits-wissenschaftlerin und im Projekt LAUT für die wissenschaftliche Begleitforschung zuständig.

Raymond Volz
Prof. Dr. Voltz ist seit 2004 Direktor des Zentrums für Palliativmedizin der Uniklinik Köln.

Doris Kreinhöfer
ist Soziologin und Projektkoordinatorin im Projekt LAUT.
Kontakt:
Letzte Hilfe Deutschland gGmbH
doris.kreinhoefer@letztehife.info
Tel. 0175 733 99 57
LAUT in der Presse
RTL West: Letzte Hilfe Schulung im Brauhaus Hellers
WDR Lokalzeit: Letzte Hilfe Schulung im Hotel Excelsior (ab Minute 13.25)
Rundschau Artikel: Heller Brauhaus (pdf)
Deutschlandfunk Systemfragen – Interview mit Priv.Doz Dr. Dr. Julia Strupp
Illustrationen: Uniklinik Köln
